Angriffe auf wichtige Schifffahrtsrouten im Nahen Osten haben die Sorge vor Lieferengpässen geschürt und den Ölpreis am Freitag weiter in die Höhe getrieben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich um ein Prozent auf 108,68 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI stieg ebenfalls um ein Prozent auf 103,45 Dollar. Beide Sorten steuerten auf einen Wochengewinn von fast 13 Prozent zu und lagen damit erstmals seit Mitte Mai über der Marke von 100 Dollar pro Barrel.
Hintergrund sind zunehmende Angriffe entlang wichtiger Schifffahrtsrouten. So übernahmen die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen am Donnerstag die Kontrolle über den jemenitischen Hafen Mocha, was eine weitere Bedrohung für den Verkehr im Roten Meer darstellt. Zudem haben die Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus zugenommen. US-Präsident Donald Trump warnte, die USA könnten die iranische Berganlage „Pickaxe“ angreifen, die in der Nähe der schwer beschädigten Urananreicherungsanlage Natans liegt. Der Krieg werde nach den Zwischenwahlen im November enden, sagte er.
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Die Spannungen wirken sich bereits auf die Verbraucherpreise in den USA aus. Dort überstieg der landesweite Durchschnittspreis für Diesel laut dem Preisbeobachter GasBuddy am Donnerstag erstmals die Marke von sechs Dollar pro Gallone. Der Analyst Tony Sycamore vom Broker IG hält einen erneuten Anstieg auf den WTI-Höchststand von 119,48 Dollar von Anfang März für immer wahrscheinlicher. Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) senkte unterdessen ihre Prognose für das Wachstum der weltweiten Ölnachfrage für das Jahr 2026.